[Rezension] Dunkle Flammen von Cynthia Hand

dunkle-flammen
Bildquelle: Rowohlt Verlag

Eine interessant klingende Story mit viel Potential und miserabler Umsetzung. Spannung kommt hier nicht auf. – 1 Stern

Inhalt

Die Erde steht still, wenn Engel lieben.

«Am Anfang ist da ein Junge, mitten im Wald. So alt wie ich, um die sechzehn, siebzehn. Dabei sehe ich ihn nur von hinten. Ein orangefarbenes Licht erhellt den Himmel. Die Luft ist voller Rauch. Als ich auf ihn zugehe, knackt ein Ast unter meinen Füßen. Er hört mich, wendet sich langsam um. In einer Sekunde werde ich sein Gesicht sehen. Genau da verschwimmt die Vision. Ich blinzle, und er ist weg.»

Clara ist anders als all die anderen Mädchen auf der Highschool: Ihre Mutter gehört zu den Nephilim. Auch in Claras Venen fließt Engelsblut. Mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, wird sie selbst zu einem Schutzengel werden. Vorausgesetzt, sie besteht ihre Bewährungsprobe. Doch die ist schwieriger als erwartet: Clara muss sich entscheiden – zwischen Himmel und Hölle, zwischen Christian und Tucker …

Quelle: Rowohlt Verlag

Buchinfo

Autor Cynthia Hand
Titel  Dunkle Flammen
Serie Unearthly, Band 1
Länge 432 Seiten
Verlag rororo
Erstveröffentlichung 01.08.2012
Genre Fantasy
Bewertung 1/5 Sterne
Leseprobe/ Kaufen Rowohlt Verlag

Meine Meinung

Mir ist es noch nie gelungen ein Buch in nur einem Satz zusammenzufassen – bis gerade eben. Clara, ein Viertelengel, muss den Jungen aus ihrer Vision retten. Ob ich da nicht noch etwas hinzufügen möchte? Nein. Denn alles wichtige ist gesagt.

Warum sie ihn retten muss? Das weiß ich nicht so genau und Clara auch nicht. Genauso wie alle anderen Charaktere keine Ahnung haben. Es hat für mich sogar den Anschein, als wenn die Autorin selber nicht so genau weiß warum. Deswegen weiß man nur, dass etwas passieren könnte, wenn Clara scheitert. Dessen ist sich auch Clara bewusst, denn sie unternimmt freiwillig nichts, damit sie mit ihrer Aufgabe vorankommt. Es scheint ihr egal zu sein, ob sie ihre Aufgabe erfüllt oder nicht. Mir war es das jedenfalls.

Aber nicht nur das Hintergrundwissen bleibt einem verwehrt, auch jegliche Spannung hält die Autorin gekonnt von ihren Lesern fern. Es passiert in diesem Buch rein gar nichts. Das liegt aber nicht an der Story, dann die würde genug Konfliktpotential bieten, vorausgesetzt man nutzt es. Doch wann immer es spannend werden könnte, findet die Autorin eine Möglichkeit dies im Keim zu ersticken.

So gibt es für jedes potenzielle Problem eine plausible Lösung. Beispielsweise kann Clara mit ihren Engelsflügeln auch tagsüber fliegen, weil die Menschen nicht nach oben schauen und falls doch, dann halten sie sie für einen Vogel. Ja! Das ist die Begründung. Dich hat das nicht überzeugt? Mich auch nicht.

Okay, wenn man übers platte Land fliegt, dann schauen vielleicht wirklich weniger Menschen hoch. Aber wenn man zwischen den Bergen fliegt, dann gucken ja nicht nur Menschen hoch, sonder auch runter. Und viele schauen schon aus reinem Interesse an den Bergen hoch, oder bin ich ein Einzelfall? Ich muss auch zugeben, dass ich mich mit den kanadischen Vogelarten (die Geschichte spielt in Kanada) nicht so gut auskenne, aber ich bin mir sicher, dass ich einen Menschen mit Flügeln von einem Vogel unterscheiden kann. Ich nehme an, dass alleine die Größe, neben der Anatomie, ein Indiz wäre.

Also statt dieses Problem zu nutzen und es der Protagonistin somit schwerer zu machen, passiert nichts. Und auch als Clara fasst mit einem Helikopter zusammenstößt passiert nichts.

Auch als Clara versehentlich ihrem Freund offenbart, dass sie ein Engel ist, bringt die Autorin sofort alles wieder in Ordnung. Ihr Freund hat zum Glück sofort Verständnis für alles was Clara macht und so gibt es auch hier keinen Herzschmerz oder Konflikt. Da hat es mich auch nicht gewundert, als Clara erfährt, dass ihr Freund mit einem Boot gekentert ist und die Autorin ihr nicht einmal die Zeit gibt sich Sorgen zu machen, da sofort aufgelöst wird, dass nichts schlimmes passiert ist. Die einzige Auswirkung auf die Handlung: Clara muss eine halbe Stunde länger sinnlos warten. (Zum Glück gab es einen Zeitsprung)

Trotzdem schafft die Autorin es über 400 Seiten zu füllen. Das liegt erstens daran, dass immer wieder das Gleiche passiert. Clara fährt Ski, zappt sich durch das Fernsehprogramm, sitzt mit Angela zusammen oder geht wandern. Auch folgen bestimmte Handlungen bestimmten Mustern. Fast jedes Mal, wenn Clara fliegt stürzt sie in einem Baum ab. Wundert es einem dann, dass auch das Finale mit einer solchen Szene eingeleitet wird?

Und zweitens schreibt die Autorin so viele Kapitel die man getrost weglassen könnte, da nichts passiert, was für die Geschichte interessant wäre. Dem Buch hätte es sicherlich gut getan.

Was das Buch an Wiederholungen zu viel hat, hat es an Kreativität zu wenig. Als die Sprache der Engel erwähnt wurde, musste ich dies mehrmals lesen. Doch jetzt weiß ich, dass Engel sich in Engellisch unterhalten. Ich dachte ich hätte mich verlesen. Doch leider nicht. Dies war auch der Punkt an dem ich ernsthaft am zweifeln war, ob ich das Buch überhaupt zu Ende lesen möchte. Mein Entschluss es auf die Übersetzung aus dem Englischem zu schieben und weiter zu lesen, war im Nachhinein betrachtet nicht mein bester.

Ich hätte dem Buch vielleicht etwas Verziehen, wenn die Wendung am Ende nicht so voraussehbar gewesen wäre. Aber die Wendung war leider viel zu offensichtlich.

Der Schreibstil

Durch ihre Entscheidungen, welche Szenen beschrieben werden, verhindert die Autorin jede Spannung. Auch hat es mich aufgeregt, dass Tucker und Christian als einzige immer wieder mit Vor- und Nachnamen auftauchen.

Cynthia Hand hat allerdings einen sehr flüssigen Schreibstil, wodurch das Buch sehr einfach zu lesen ist.

Die Charaktere

Ein paar gute Charaktere hätten dem Buch bestimmt nicht geschadet. Doch die meisten Personen dienen nur als Mittel zum Zweck und sind sehr oberflächlich. Kaum ein Charakter hat einen interessanten Hintergrund oder man erfährt viel zu wenig von ihnen.
Es war für mich fast unmöglich mich mit einer Person zu identifizieren.

Clara bekommt in dem Buch öfter zu hören, dass sie nur an sich denkt und da stimme ich vollkommen zu. Sie interessiert sich überhaupt nicht für ihre Mitmenschen. So kennt sie auch nicht den Geburtstag ihrer besten Freundin. Und auch die Vision von Angela ist ihr total egal. Außerdem scheint sie keinen eigenen Willen zu haben, den sie erfüllt ihre Aufgabe nur mit dem Gedanken, dass ihre Mutter sonst enttäuscht wäre. Noch dazu ist sie selber überhaupt nicht daran interessiert ein Engel zu sein. Aber sie wehrt sich auch nicht dagegen. Es ist ihr auch ziemlich egal.

Aber am meisten hat mich die auf cool getrimmte Mutter aufgeregt. Ihrer eigenen Tochter verschweigt sie alles, was mit Engeln zu tun hat. Doch kaum kommt Angela (eine Engelsfreundin von Clara) und fragt sie aus, wird sie redselig und erzählt viel mehr. Und das obwohl Clara und sie sich angeblich so nah stehen. Das dies nicht sein kann merkt man auch daran, dass Clara nicht einmal weiß, womit ihre Mutter ihren Morgen verbringt.

Auch die anderen Charaktere bieten mit zu wenig. So sind die meisten der Figuren das halbe Buch über nicht einmal anwesend. Christian, für den Clara extra umgezogen ist, verbringt den Sommer in New York und Clara gibt sich nicht einmal die Mühe mit ihm Kontakt zu halten und das obwohl sie eine Art Beziehung führen. Christian wird wie auch schon Clara als perfekt dargestellt. Er ist super heiß und jedes Mädchen steht auf ihn.

Auch ihre beiden Freundinnen Wendy und Angela sind den Sommer über weg. Wendy macht ein Praktikum weiter weg und sie wird der Autorin erst wieder praktisch, damit sie Clara ihren Bruder zum Geburtstag schenken kann. Angela hingegen verbringt ihre Ferien in Italien um neue Erkenntnisse über Engel in Erfahrung zu bringen. Sie schreibt auch Emails in denen sie andeutet, dass sie etwas interessantes herausgefunden hat. Doch nach ihrer Rückkehr hat die Autorin scheinbar vergessen, dass Angela noch etwas zu erzählen hatte. Angela ist allerdings die einzige Person zu der Clara Kontakt sucht.

Und dann gibt es natürlich noch Tucker. Ihn mochte ich am meisten, denn er wurde nicht als vollkommen dargestellt. Er ärgert Clara im Gegensatz zu den anderen Personen mit ihrer Haarfarbe und nennt sie meistens Karotte. Dadurch war er sympathischer als die anderen Personen. Doch als er die Sache mit den Engel erfährt reagiert er aus meiner Sicht zu abgeklärt und nicht geschockt genug. Er findet sich viel zu schnell mit der Situation und auch mit Claras Aufgabe ab.

Fazit

Ich war am überlegen, ob ich jeden Punkt auf meiner Liste mit in die Bewertung aufnehmen soll. Doch das hätte den Rahmen gesprengt. So habe ich einige negative Aspekte ausgelassen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass meine anfänglich gut gemeinten 2 Sterne zu viel für dieses Buch wären. Und so vergebe ich dem Buch nur einen Stern. Von mir gibt es ganz klar keine Leseempfehlung.

 

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