[Rezension] Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus

Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus
Quelle: Ullstein Verlag

Ein Krimi mit gut durchdachter Handlung und einem guten Mix an Charakteren.

Dennoch bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. – 3 Sterne

Inhalt

Im Zweifel gegen den Angeklagten

Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd…

Quelle: Ullstein Verlag

Buchinfo

Autor Nele Neuhaus
Titel Schneewittchen muss sterben
Serie Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 4
(Die Reihenfolge ist beim Lesen egal)
Länge 544 Seiten
Verlag Ullstein Verlag
Erstveröffentlichung 09.06.2010
Genre Krimi
Bewertung 3/5 Sterne
Leseprobe/ Kaufen Ullstein Verlag

Meine Meinung

Mir wurde dieses Buch als „unglaublich gut“ beschrieben. Leider konnte ich die Begeisterung nicht teilen. Ich hatte aber auch etwas ganz anderes erwartet. Ich dachte das Buch sei aus der Sicht der Ermittler geschrieben, so dass man diese bei den Ermittlungen begleitet. Doch dem ist nicht so. Das Buch ist aus sehr vielen, meiner Meinung nach schon zu vielen, verschiedenen Perspektiven geschrieben. Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, dass es darum geht den Fall zu lösen, sondern vielmehr nur darum den Leser zu verwirren.

Allerdings fängt das Buch sehr gut an. Tobias wird nach 10 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen und kehrt in sein altes Elternhaus zurück. Er wurde wegen dem Mord an zwei Mädchen verurteilt, dessen Leichen bis heute nicht gefunden wurden. Durch seine Rückkehr wird er zur Zielscheibe im gesamten Dorf.

Die Autorin hat ein Talent zu Beginn viele verschiedene Handlungen anzusprechen, die scheinbar keinen Zusammenhang haben. Erst im Laufe der Geschichte erkennt man die Zusammenhänge. Allerdings finde ich es Schade, dass so viele unwichtige Nebenhandlungen mit aufgenommen wurden, die für den Verlauf des Buches keine Bedeutung haben. Ein paar Nebenhandlungen, durch die man die Charaktere besser kennen lernt, finde ich nicht schlimm, aber sie sollten unauffälliger in die Handlung mit eingebaut werden und nicht so abgehakt sein.

Am meisten hat mich jedoch gestört, dass die Geschichte eigentlich schon viel früher zu Ende sein könnte. Auf den letzten Seiten hatte ich das Gefühl, als wenn der Abschluss für die Autorin noch nicht dramatisch genug war und sie deswegen noch mehr Dramatik brauchte. So kam es zu dem Unfall im Krankenhaus und der Schießerei. Beides fand ich eher unnötig und hatte keine Verbindung zu den vorderen Teilen der Handlung. Mir wäre es lieber gewesen dies Buch wäre eher zu Ende gewesen.

Als letztes muss ich kritisieren, dass es teilweise so wirkte, als habe die Autorin die Handlung aus den Augen verloren. So kam es mir zumindest vor, als Pia und Oliver das vermisste Mädchen suchen sollen und sich immer wieder mit ganz anderen Dingen beschäftigen.

Aber nichts desto trotz  hat das Buch eine gut durchdachte Handlung, die dem Leser während des Lesens genug Fragen aufwirft. Für die es aber eine plausible Erklärung gibt.

Der Schreibstil

Die Autorin hat einen guten Schreibstil. Sie schreibt in verschachtelten Sätzen, die dennoch leicht zu verstehen sind. Vor allem, dass sie einen etwas anderen Wortschatz benutzt, als ich es sonst gewohnt bin, hat mir sehr gut gefallen.

Die Charaktere

In dem Buch gibt es so viele Personen, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Und weswegen ich auch immer leicht verwirrt war, wer wer ist. (Ich und Namen…) Am besten hat mir Tobias gefallen, denn er hat mich am meisten berührt. Mit seiner Person habe ich immer mitgefiebert und gehofft, dass alles für ihn gut wird.

Die Ermittlerin Pia Kirchhoff kam mir etwas zu perfekt rüber. Sie löst die Probleme anderer scheinbar ohne Schwierigkeiten und hat auch noch mit allen ihren Vermutungen recht. Wobei sie aber scheinbar keine Schwächen hat. Ihr Kollege Oliver von Bodenstein ist da ganz anders. Er macht in dem Buch eine interessante Entwicklung durch. Und er scheint das Gegenteil von perfekt zu sein. Seine Angst vor Ratten macht ihn mir irgendwie sympathisch.

Zwei weitere wichtige Personen für dieses Buch sind Thies, der Autist, und Amelie, das zweite Schneewittchen. Die beiden Charaktere sind aus dem Buch nicht wegzudenken und ermöglichen der Autorin viel mehr Spielraum.

Fazit

Das Buch hat eine gute Handlung, die genaustens durchdacht ist, dennoch wurde ich mit dem Krimi nicht richtig warm. Ob dies an den vielen Nebenhandlungen, meinen anderen Erwartungen oder an dem Ende lag? Ich kann es nicht sagen. Dennoch vergebe ich 3 Sterne, da dieses Buch ein guter Zeitvertreib war.

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